Sinfoniekonzert

Sonntag, 01.05.2022, 16:00 Uhr, Jugendstil-Theater Bad Nauheim

„Deutsche Romantik“ – sinfonische Musik von Carl Maria von Weber und Johannes Brahms

Sinfonieorchester Bad Nauheim
Leitung: Florian Erdl
Solistin: Franziska Görlach, Klarinette

Carl Maria von Weber (1786 – 1826)
• Ouvertüre zu „Der Freischütz“
• Konzert Nr. 1 f-Moll für Klarinette
Johannes Brahms (1833–1897)
• Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98

Karten sind im Vorverkauf ab 20 € (16 € ermäßigt) erhältlich.
Online-Vorverkauf: https://bad-nauheim.reservix.de/tickets-sinfonieorchester-bad-nauheim-in-bad-nauheim-dolce-jugendstil-theater-am-1-5-2022/e1758844

Carl Maria von Weber gilt als der Begründer der romantischen Oper in Deutschland. Als ein Meisterwerk ist seine Oper „Der Freischütz“ bekannt, die er von 1817 bis 2020 auf Grundlage einer Volkssage komponierte. Die Uraufführung erfolgte am 18. Juni 1821 in Berlin. Das Publikum war hingerissen von dieser zu Herzen gehenden Musik und selbst die damaligen Anhänger der italienischen Oper vermochten sich der bezwingenden Wirkung nicht zu erwehren. Weber schrieb in sein Tagebuch: „Der ‚Freischütz‘ wurde mit dem unglaublichsten Enthusiasmus aufgenommen.“ Die Melodien der Ouvertüre sind heute in aller Ohren.

Außer seinen Opern hat Weber viele Konzerte, Kammer- und Klaviermusiken geschrieben. Zu den bekanntesten gehören seine beiden Klarinettenkonzerte. 1811 lernte Weber in München den Klarinettenvirtuosen Heinrich Joseph Baermann kennen. Begeistert von dessen Klarinettenspiel schrieb er für ihn das Concertino Es-Dur, das vom Publikum so gut aufgenommen wurde, dass der König von Bayern bei ihm zwei weitere Klarinettenkonzerte in Auftrag gab. Bereits kurz darauf vollendete Weber sein Klarinettenkonzert Nr. 1 f-Moll op.73, das heute eines der beliebtesten Konzerte für dieses Instrument ist.

Johannes Brahms 4. Sinfonie in e-Moll wurde am 25. Oktober 1885 in Meiningen uraufgeführt und zählt heute zu den meistgespielten Orchesterwerken der Hochromantik. Während Brahms im Sommer 1885 in der Steiermark über der Sinfonie brütete, drangen nur wenige Informationen nach außen. Seine vagen Andeutungen fielen meist skeptisch aus, er kündigte seine Vierte als „eine neue traurige Symphonie“ an. Im Finale der 4. Sinfonie wagt er einem Rückgriff auf die barocke Chaconne. In dem Vertrauen auf die majestätische Strenge und erhabene Größe dieses bewährten Variationsmodells erlangte Brahms auf originelle Weise orchestrale Wucht und sinfonische Größe. Davon war der junge Richard Strauss als einer der ersten Zuhörer begeistert: „Ein Riesenwerk […] neu und originell und doch von A bis Z ein echter Brahms“.

Die Klarinettistin Franziska Görlach studierte an den Musikhochschulen Stuttgart und Essen. Nach dem Orchesterdiplom absolvierte sie die Meisterklasse an der Musikhochschule Würzburg. Als Orchestermusikerin hatte sie u.a. Engagements im Gürzenich-Orchester Köln und bei den Düsseldorfer Symphonikern. Inzwischen schlägt ihr Herz für die Nachwuchsausbildung an der Musikschule Bad Nauheim, wo sie als Fachbereichsleiterin der Holzbläser engagiert ist.


Von 2012 bis heute war Florian Erdl 1. Kapellmeister und stellvertretender GMD an mehreren Theatern: am Schleswig-Holsteinischen Landestheater in Flensburg, der Oper Graz und aktuell am Stadttheater Pforzheim, hier auch als kommissarischer GMD. Seit 2017 war Florian Erdl mehrfach musikalischer Assistent von GMD Sebastian Weigle an der Oper Frankfurt. Zudem ist Erdl seit März 2020 mit der Vertretungsprofessur Dirigieren an der Hochschule für Musik und Theater Rostock betraut. Das Sinfonieorchester Bad Nauheim leitete Erdl erstmals im Herbst 2018 mit Beethovens 3. Sinfonie.

Das Sinfonieorchester Bad Nauheim: Ein Orchester mit historischem Hintergrund

Gegründet wurde das erste Sinfonieorchester in Bad Nauheim 1853 von der Kurfürstlichen Regierung Hessen-Kassel. Berühmtheiten wie Johann Strauß Sohn oder sein Kollege der ernsten Klassik, Richard Strauß, dirigierten dieses Orchester in Vergangenheit im Jugendstiltheater Bad Nauheim. Im Publikum fand man zu der Zeit Berühmtheiten der Weltgeschichte wie Albert Einstein, Zar Nikolaus, Kaiserin „Sissi“ oder Hollywood-Star Buster Keaton. Heute erlebt dieses traditionsreiche Orchester einen neuen Frühling. 2015 als Kur-Sinfonieorchester neu gegründet, zeigt sich das Ensemble mit vielen Musikern, die auch an der Musikschule Bad Nauheim lehren, vielseitig: Zum einen gestaltet es unter wechselnden Dirigenten die jährlichen Neujahrskonzerte, spielt aber ebenso seit 2019 sinfonische Konzerte in der Reihe Bad Nauheimer Sinfoniekonzerte im Jugendstiltheater. Die Leitung hat derzeit Florian Erdl, der auch 2022 das Sinfoniekonzert dirigieren wird.